Vorsicht Enterprise: Mietwagen Steinschlag – Abzocke!

Steinschlag Windschutzscheibe Mietwagen
Experten-Tipp:

Ein Schaden an einem Mietwagen entsteht schnell: Unser Tipp zur Absicherung gegen Steinschläge und die Selbstbeteiligung ist die Leihwagenversicherung

Steinschläge auf der Windschutzscheibe und Motorhaube werden gerne von Autovermietungen mit hohen Geldbeträgen abgerechnet. Dabei sind mehrere hundert Euro Schadensersatz keine Seltenheit. Das kann einen schnell selbst treffen, wenn man keine entsprechende Versicherung mit 0 Euro Selbstbeteiligung abgeschlossen hat.
Erst kürzlich hat Enterprise bei mir einen sehr kleinen Steinschlag versucht geltend zu machen, jedoch erfolgslos. Ich zeige dir in diesem Artikel, wie auch du viel Geld sparen kannst und dich nicht abzocken lassen musst.

Steinschlag bei Enterprise – das ist teuer

Erst vor kurzem habe ich einen Mietwagen aus der Oberklasse beim Autovermieter aus Eschborn bei Frankfurt gebucht. Los ging es am Flughafen in Stuttgart mit einem neuwertigen Audi A4 und ohne notierte Schäden. Wie es bei einer Rückgabe an einem Flughafen so üblich ist, wird das Fahrzeug in den seltensten Fällen auf Schäden überprüft, sondern lediglich, ob der Tank voll ist. Doch diesmal kam alles anders: Die Dame der Autovermietung prüfte den Mietwagen im Detail. Insbesondere der Windschutzscheibe wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei entdeckte sie eine Beschädigung durch Steinschlag. Ehrlich gesagt prüfe ich selbst bei der Abholung nie auf Steinschläge. Warum ich das tue, erkläre ich im weiteren Verlauf.
Die Dame legte eine Lochschablone auf die Scheibe auf und stellte fest, dass die Beschädigung durch den Stein größer ist, als das Loch ihrer Schablone. Deshalb wurde nun ein Schaden auf ihrem Tablet protokolliert. Bereits wenige Minuten später hatte ich eine Schadensfallmeldung von Enterprise im E-Mail-Postfach und einen Tag später eine Schadensrechnung in Höhe von 400 Euro.

Ein Steinschlag gilt als unabwendbares Ereignis

Erst mal die gute Nachricht: ein Steinschlag muss nicht unbedingt bezahlt werden, wenn man Widerspruch einlegt. Es gibt bereits einige Urteile von diversen Amts- und Oberlandesgerichten, die eine Forderung der Autovermietung gegenüber dem Kunden strikt ablehnten. Ein Steinschlag beim Mietwagen gilt als unabwendbares Ereignis und darf nicht dem Mieter zur Last gelegt werden. Das Risiko, dass solch ein Schaden entsteht, ist eindeutig der Autovermietung zuzuordnen. In diesem Sinne hat sogar der BGH bereits entschieden. Doch trotzdem gibt es leider immer noch genügend Kunden, die keinen Widerspruch einlegen und die Rechnung von Autovermietungen in solchen Fällen einfach bezahlen.

Einspruch bei Enterprise lohnt sich

Nachdem ich wie gesagt bereits am nächsten Morgen in elektronischer Form eine Rechnung in Höhe von 400 Euro für den Schaden von Enterprise vorliegen hatte, legte ich umgehend nicht nur telefonisch, sondern auch schriftlich Widerspruch gegen die Rechnung ein. Dabei zeigte man sich an der Hotline von Enterprise erwartungsgemäß keinerlei Schuld bewusst. Auch die Station in Stuttgart kontaktierte ich nochmals telefonisch. Dort teilte man mir mit, dass man mit Carglass in den kommenden Tagen einen Termin hätte, um den Schaden genauer zu begutachten.

Enterprise hat somit bereits vorab eine Rechnung für einen Steinschlagschaden an der Windschutzscheibe mit dem Höchstbetrag ausgestellt, nachdem der tatsächliche Schaden offensichtlich noch gar nicht bekannt war. Im Anschluss daran sollte der tatsächliche Schaden professionell geprüft und ggf. eine (Teil)-Rückerstattung veranlasst werden. Es lohnt sich bei Enterprise auf bestehende Gerichtsurteile hinzuweisen, wie beispielsweise:

Das Amtsgericht Aschaffenburg hat mit Urteil vom 28.04.2004 (Az. 16 C1891/03) die Haftung des Mieters für Steinschlagschaden in der Windschutzscheibe abgelehnt.
Dies in Verbindung mit BGH NJW 1992, 3158, 3161. Auch analog OLG Hamburg NJW-RR 1989, 881.

Bereits einen Tag später hat sich Enterprise erneut bei mir gemeldet und den Schadensfall „aus Kulanz“ geschlossen und eine Rückerstattung der einbehaltenen 400 Euro veranlasst.

Ich halte das Vorgehen von Enterprise für absolut fragwürdig. Sicherlich macht es erst mal Eindruck, wenn ein großer Mietwagenkonzern eine hohe Rechnung an den Kunden schickt. Man sollte sich davon aber nicht beeindrucken lassen und sich auf bestehende Rechtsprechung stützen. Die Autovermietungen haben sicherlich kein Interesse, aufgrund eines Steinschlags vor Gericht zu ziehen und ein Urteil vom BGH herbeizuführen.

Gegen Steinschlag absichern

Wenn du allerdings keine Lust auf einen schriftlichen und telefonischen Einspruch hast, dann gibt es natürlich auch andere Möglichkeiten sich abzusichern. Selbstverständlich ist diese Variante ebenfalls mit bürokratischem Aufwand verbunden, denn einen Schaden bei einer Versicherung geltend zu machen, erledigt sich nicht von selbst.

Auch wenn die Erfolgschancen aktuell sehr hoch sind, um einen Steinschlag nicht bezahlen zu müssen, kann natürlich auch ein anderer Schaden am Fahrzeug entstehen. Ein kleiner Kratzer beim unvorsichtigen Gepäck einladen oder beim Einkaufen von einem anderen Fahrzeug touchiert zu werden, das alles kann schnell passieren. Leider sind bei den allermeisten Autovermietungen dann sofort Beträge über 1.000 Euro üblich und das nur, weil man vielleicht mal kurz nicht aufgepasst hat.

Dagegen kann man sich aber sehr preiswert mit der Leihwagenversicherung absichern. Die Police deckt im übrigen auch Glasschäden ab. Wenn man also keinen Einspruch bei einem Steinschlag einlegen möchte, kann man den Schaden auch der Leihwagenversicherung melden. Das Geld bekommt man notfalls dort erstattet und die Leihwagenversicherung setzt sich mit der Autovermietung auseinander. Schau dir dazu am besten unseren Schnellcheck der Leihwagenversicherung an.

7 thoughts on “Vorsicht Enterprise: Mietwagen Steinschlag – Abzocke!

  1. Habe auch aktuell einen Steinschlag Fall mit Enterprise. Danke für die Erfahrungen und Anleitung. Werde auch Einspruch einlegen. Könntet ihr vielleicht noch einen Mustertext veröffentlichen, den ihr da an Enterprise geschickt habt?

  2. Einen Steinschlag abzurechnen versuchen ja im grunde genommen alle autovermietungen. Das ist nicht für Enterprise speziell, aber ich finde auch, dass die da besonders auffällig sind. Ich miete auch häufiger bei denen und hab auch schon regelmäßig mit den Checkern darüber diskutiert, sonst hätte ich wohl nicht nur einmal bis jetzt so ne Forderung aufm Tisch gehabt.

  3. das ist wirklich ein Saustall einen Steinschlag beim Mietwagen abzuzocken. Enterprise macht das gerne. Hab ich auch schon öfters gehört. Versuche den Laden auch zu vermeiden. Buche dort nur, wenns anders nicht geht.

  4. Da bezahle ich lieber mehr und buche bei einer seriösen Autovermietung. Enterprise ist bei mir ebenfalls unten durch, weil sie schon mal genau das gleiche bei mir versucht haben.

  5. …danke für den Artikel. und dann wird bei Enterprise auf pseudo Professionalität gemacht, indem bei der Anmietung eine Visitenkarte vom RSA an den Mietvertrag geheftet wird. Und wenn man dann hinterher was will, dann ist kein Mensch mehr erreichbar. ich kann jedem nur raten der das hier liest, die Finger von Enterprise zu lassen!!!

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